Pressemitteilung des Niedersächsischen Umweltministeriums (02.02.2006)

Pressemitteilung Nr.11/2006 – „Natur erleben“:

Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung fördert Erleben naturnaher Gewässer an der Nieme

Mit 200.000 Euro fördert die Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung „Entwicklung und Naturerleben einer natürlichen Gewässerdynamik für die Niememündung und den Weseraltarm Rote Pump“.

Das Projekt zur naturnahen Gewässerentwicklung war vom Niedersächsischen Umweltministerium im Rahmen des Programms „Natur erleben“ der Stiftung empfohlen worden. „Mit der Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung haben wir einen maßgeblichen Förderer für unsere einzigartige niedersächsische Natur und Landschaft. Wir können glücklich sein, dass sie sich hier im Weserbergland engagiert“, sagte Umweltminister Hans-Heinrich Sander dazu.

Heute (Donnerstag) unterzeichneten Prof. Dr. Burkhard Huch, Vorstandsvorsitzender der Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung, Reinhard Schermann, Landrat des Landkreises Göttingen und Umweltminister Hans-Heinrich Sander im Kloster Bursfelde einen Kooperationsvertrag. Den Betrag von 200.000 Euro stellt die Stiftung dem Landkreis Göttingen als Träger des Vorhabens in den Jahren 2006 und 2007 zur Verfügung. Gleichzeitig verpflichtet sich der Landkreis das Projektgebiet nachhaltig und dauerhaft zu pflegen.

„Wir wollen die Menschen mit in die Natur nehmen und für die Lebensräume mit den dort lebenden Tieren begeistern. So können sie erleben, wie wunderschön und erhaltenswert die heimische Landschaft und Tierwelt ist“, so Sander.

Prof. Dr. Burkhard Huch, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, weiß sich mit dem Projekt in der Tradition des Stifters Klaus Bahlsen (1908-1991). Klaus Bahlsen hat sich schon in den 60er Jahren für den Naturschutz engagiert: „Das Projekt bietet eine hervorragende Möglichkeit, Naturschutz und naturnahe Gewässerentwicklung mit der Erhaltung der Kulturlandschaft im Wesertal zu verbinden“, so Huch. Vielen Menschen werde die Möglichkeit gegeben, die naturnahe Entwicklung der Nieme-Mündung sowie des Weseraltarms „Rote Pump“ zu erleben. Dabei sei es möglich die dort wirkenden gestaltenden Kräfte des Wassers zu erleben und natürliche Veränderungen im Laufe der Jahre mitzuverfolgen.

„Das Engagement der Stiftung für dieses Projekt eröffnet dem Landkreis die Möglichkeit, neben dem Schutz der Natur zugleich touristische Ziele im Wesertal zu verfolgen“, freute sich Landrat Reinhard Schermann. „Das Erleben dieser naturnahen Gewässerentwicklung ist hier unmittelbar am Weser-Radweg und unweit des Klosters Bursfelde ein weiterer wichtiger Baustein zur Förderung von Erholungs- und Erlebnismöglichkeiten in der Region“.

Folgende Projektbausteine zum „Erleben naturnaher Gewässerentwicklung an der Nieme“ sind derzeit angedacht:

Im Mündungsbereich der Nieme soll das ursprüngliche, längere Bachbett wieder hergestellt werden. Auf diese Weise werden die im alten Bachbett bestehenden Sohlstürze umgangen und die ökologische Durchgängigkeit der Nieme wird wieder hergestellt. Fische und andere im Bach lebende Tierarten können somit wieder ihre natürlichen Wanderungen von der Weser bis in den Nieme-Oberlauf durchführen.

Entlang des neuen Niemelaufes soll bis zur Einmündung in die Weser ein Weg angelegt werden, von dem aus Zugangsmöglichkeiten zum Niemeufer und Beobachtungspunkte geschaffen werden sollen. Dies wird das Naturerleben ermöglichen. Ein überdachter Informationsstand am Weser-Radweg soll errichtet werden und über das Projekt und die damit verbundenen Naturerlebnismöglichkeiten informieren.

Der Weseraltarm „Rote Pump“ soll durch Entfernung von Ablagerungen und weitere Pflegemaßnahmen wieder in einen naturnahen Zustand versetzt werden.

Für die Durchführung der geplanten Maßnahmen werden im Bereich der Niememündung in die Weser über 10 Hektar durch den Landkreis erworben. Durch eine naturverträgliche Beweidung mit Rindern wird die grünlandgeprägte Kulturlandschaft offen gehalten und erhalten. Dies schafft die Voraussetzung zur Entwicklung artenreicher Lebensräume.

„Gemeinsam wollen und werden wir eine Vielzahl von Menschen für diese wunderschöne Natur begeistern und für den Naturschutz gewinnen. Nur was man kennt, das schützt man auch“, betonten Prof. Dr. Huch, Landrat Schermann und Umweltminister Sander übereinstimmend.