Pressemitteilung des Niedersächsischen Umweltministeriums (05.09.2005)

Pressemitteilung Nr.85/2005 – „Natur erleben“:

Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung fördert Seeadler-Erleben in der Seegeniederung bei Gartow

Mit 700.000 Euro fördert die Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung ein Projekt zur „Seeadler-Beobachtung in der Seegeniederung bei Gartow“. Das Seeadler-Erleben war vom Niedersächsischen Umweltministerium im Rahmen des Vorhabens „Natur erleben“ der Stiftung empfohlen worden. Heute unterzeichneten Prof. Dr. Burkhard Huch, Vorstandsvorsitzender der Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung, Friedrich Wilhelm Schröder, Bürgermeister der Samtgemeinde Gartow, Hans-Jörg Helm, Landesvorsitzender des NABU und Umweltminister Hans-Heinrich Sander einen entsprechenden Kooperationsvertrag. Den Betrag von 700.000 Euro stellt die Stiftung der Samtgemeinde und dem NABU für das Seeadler-Projekt in den Jahren 2005, 2006 und 2007 zur Verfügung.

„Wir wollen die Menschen mit in die Natur nehmen und für die dort lebenden Tiere begeistern. So können sie erleben, wie wunderschön und erhaltenswert die heimische Landschaft und Tierwelt ist“, sagte Umweltminister Hans-Heinrich Sander. „Mit der Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung haben wir einen maßgeblichen Förderer für unsere einzigartige niedersächsische Natur und Landschaft. Wir können glücklich sein, dass sie sich hier im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue engagiert.“

Prof. Dr. Burkhard Huch, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, weiß sich mit dem Projekt in der Tradition des Stifters Klaus Bahlsen (1908-1991). Klaus Bahlsen hat sich schon in den 60er Jahren für den Naturschutz engagiert. „Das Projekt „Seeadler-Beobachtung in der Seegeniederung“ bietet eine hervorragende Möglichkeit, den Naturschutz mit der Förderung von regionaler Entwicklung und wirtschaftlichen Aspekten zu verbinden“, so Huch. Außerdem wird so vielen Menschen die Möglichkeit gegeben, den spektakulären Seeadler und andere seltene Tierarten in naturverträglicher Weise zu erleben.

„Das Engagement der Stiftung für dieses Projekt eröffnet der Samtgemeinde die Möglichkeit, neben Naturschutzaspekten zugleich wirtschaftliche, insbesondere touristische und strukturpolitische Ziele zu verfolgen“ freut sich Samtgemeindebürgermeister Schröder. „Das Seeadler-Erleben hilft auch dem Fremdenverkehr. Es ist ein wesentlicher Baustein für den naturverträglichen Tourismus in unserer strukturschwachen Region.“

„Hier wird klassischer Artenschutz mit modernen Naturschutzstrategien verknüpft. So wird ein Naturerleben für die Menschen besser möglich“, sagte der Vorsitzende des NABU Niedersachsen Hans-Jörg Helm. „Das Erleben des Seeadlers und die Renaturierung seines Lebensraums sollen die Menschen ansprechen und dazu animieren, sich wieder mit ihren natürlichen Lebensgrundlagen auseinander zu setzen. Dieses Projekt unterstützt unsere alte NABU Position, wonach wir fünf Prozent zeigen werden, damit man versteht, warum wir 95 Prozent in unseren niedersächsischen Naturschutzgebieten in Ruhe lassen müssen.“

Folgende Projektbausteine zur „Seeadler-Beobachtung in der Seegeniederung bei Gartow“ sind derzeit angedacht:

Es wird Beobachtungstürme geben. Zusätzlich werden die Besucher Routenvorschläge und Orientierungsmöglichkeiten im Gelände bekommen, die das „Natur-Erleben“ ermöglichen. Ein Teich mit künstlichem Fischbesatz sei geplant, um Seeadler und andere Großvögel anzulocken, um die Gegend für den Seeadler attraktiver zu machen.

Der ursprüngliche Verlauf der Seege soll wieder hergestellt werden. Dazu werden Mäander (Flussschlingen) angelegt. Der jetzige Flusslauf würde als Altarm erhalten bleiben und Rückzugsraum und Laichplatz für Fische sein. Durch Umgestalten des Flussufers sollen in der angrenzenden Aue noch vorhandene Flutrinnen und natürliche Senken für den Wasserabfluss genutzt werden. Dies würde die Selbstreinigungskraft der Seege erheblich stärken. In Kooperation mit dem Elbschloss Bleckede soll außerdem eine Kamera in der Nähe eines bei Bleckede befindlichen Seeadlerhorstes installiert werden und eine Beobachtung am Bildschirm ermöglichen.

Weiterhin ist geplant, im Rahmen des Vorhabens auch Umweltbildung zu betreiben. Unter anderem ist dabei an eine Schulpartnerschaft gedacht.

„Gemeinsam wollen und werden wir eine Vielzahl von Menschen für diese wunderschöne Natur begeistern und für den Naturschutz gewinnen. Nur was man kennt, das schützt man dann auch“, betonten Prof. Dr. Huch, Samtgemeindebürgermeister Schröder, der NABU Landesvorsitzende Helm und Umweltminister Sander übereinstimmend.