Pressemitteilung des Niedersächsischen Umweltministeriums (16.03.2007)

Pressemitteilung Nr.32/2007 – „Natur erleben“:

Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung fördert Erleben naturnaher Auengewässer bei Osterloh

Mit 200.000 Euro fördert die Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung „Naturschutz und Natur erleben in der Allerniederung bei Osterloh – Lebensraum für Rotbauchunke, Weißstorch und Feldgrille“.

Das Projekt zur naturnahen Auen- und Gewässerentwicklung war vom Niedersächsischen Umweltministerium im Rahmen des Programms „Natur erleben“ der Stiftung empfohlen worden. „Mit der Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung haben wir einen maßgeblichen Förderer für unsere einzigartige niedersächsische Natur und Landschaft. Wir können glücklich sein, dass sie sich hier in der Allerniederung engagiert“, sagte Umweltminister Hans-Heinrich Sander dazu.

Heute (Freitag) unterzeichneten Prof. Dr. Burkhard Huch, Vorstandsvorsitzender der Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung, Dr. h.c. Martin Biermann, Oberbürgermeister der Stadt Celle, Heinz Klepsch, Vorsitzender der NABU Gruppe Stadt Celle e.V. und Umweltminister Hans-Heinrich Sander in Altencelle einen Kooperationsvertrag. Den Betrag von 200.000 Euro stellt die Stiftung der Stadt Celle und der NABU Gruppe Stadt Celle als gemeinsamen Trägern des Vorhabens in den Jahren 2007 und 2008 zur Verfügung.

Prof. Dr. Burkhard Huch weiß sich mit dem Projekt in der Tradition des Stifters Klaus Bahlsen (1908-1991). Klaus Bahlsen hat sich schon in den 60iger Jahren für den Naturschutz engagiert: „Das Projekt bietet eine hervorragende Möglichkeit, Naturschutz, Auen- und Gewässerentwicklung sowie die Erhaltung der Kulturlandschaft in der Allerniederung zu verbinden“. Vielen Menschen werde die Möglichkeit gegeben, naturnahe Entwicklungen in einer Flussaue und die dort vorkommenden typischen Tierarten zu erleben.

Für Sander ist die Förderung des Natur Erlebens ein wichtiger Bestandteil des Naturschutzes: „Wir wollen die Menschen mit in die Natur nehmen und für den natürlichen Reichtum an Lebensräumen und Tierarten begeistern. Sie können aktiv erleben, wie attraktiv und erhaltenswert die heimische Landschaft ist und wichtig es ist, sich für deren Schutz einzusetzen“.

„Das Engagement der Stiftung für dieses Projekt eröffnet der Stadt die Möglichkeit, neben dem Schutz der Natur zugleich die Förderung der Allerniederung zwischen Celle und Wienhausen als wichtiges Naherholungsgebiet zu verfolgen“, freut sich Biermann. „Das Erleben dieser naturnahen Auenlandschaft ist hier unmittelbar am Aller-Radweg und unweit des Klosters Wienhausen ein weiterer wichtiger Baustein zur Förderung von Erholungs- und Erlebnismöglichkeiten in der Region“.

Für Klepsch hat das vielseitige Projekt besondere Signalwirkung für den Tierartenschutz: „Mit der geplanten Wiederansiedlung der Rotbauchunke wird, 40 Jahre nach Erlöschen ihres Vorkommens in der Allerniederung, ein Meilenstein zum Schutz dieser in Niedersachsen vom Aussterben bedrohten Amphibienart gesetzt. Doch auch weitere auentypische Tierarten werden profitieren. Die Maßnahmen zielen auch auf die Förderung der hier vorkommenden Feldgrille und die Verbesserung des Lebensraumes für den Weißstorch ab“.

Folgende Projektbausteine zum „Naturschutz und Natur erleben in der Allerniederung bei Osterloh“ sind angedacht:

Mit der Neuanlage von Stillgewässern und dem Entlanden verlandeter Altarme und Flutrinnen sowie der Anlage von Sandinseln werden naturnahe, auentypischer Lebensräume wiederhergestellt. Damit wird ein charakteristisches, abwechslungsreiches Relief geschaffen.

In den Gewässern soll die Rotbauchunke wiederangesiedelt werden. Die Begründung der Bestände wird voraussichtlich mit Jungtieren erfolgen, die dafür in einer Aufzuchtstation herangezogen werden.

Für die Bevölkerung wird das Projektgebiet als Naturerlebnisraum gestaltet. Dazu ist die Schaffung von Beobachtungsmöglichkeiten und „Hörplätzen“ vorgesehen. Eine Informationsstation mit Infotafeln informiert über das Projekt und die damit verbundenen Naturerlebnismöglichkeiten.

Eine Besonderheit wird dabei die Schaffung eines „Hörerlebnisses Natur“ sein. Die Erlebbarkeit von Rotbauchunke und Feldgrille, als Tierarten mit charakteristischen Lautäußerungen, wird vor allem durch akustische Eindrücke ermöglicht.

Für die Durchführung der geplanten Maßnahmen stellt das Land 38 Hektar landeseigene Flächen zur Verfügung. Durch eine naturverträgliche Beweidung mit Rindern wird die grünlandgeprägte Kulturlandschaft offen gehalten und dauerhaft gesichert. Dies schafft die Voraussetzung zur Entwicklung artenreicher Lebensräume.

„Gemeinsam wollen und werden wir eine Vielzahl von Menschen für diese wunderschöne Natur begeistern und für den Naturschutz gewinnen. Nur was man kennt, das schützt man auch“, betonen Prof. Dr. Huch, Oberbürgermeister Biermann, NABU-Vorsitzender Klepsch und Umweltminister Sander übereinstimmend.